Unsere Mitglieder

Spiritual Care in unserem Alltag

Es gibt so unterschiedliche Möglichkeiten, im ganz normalen Leben Spiritual Care zu nutzen - oder gibt man sie? Viele unserer Mitglieder haben diese "Seelen-Sorge" in ihr professionelles oder privates Leben integriert. Hier stellen  wir einige von ihnen nach und nach vor.

Unser Mitglied 
Dr. Petra Fischer

Petra Fischer ist 1969 geboren, Mutter von 2 Kindern und lebt in Köln.

Sie ist Fachärztin für Anästhesie und Palliativmedizinerin. Nach einigen Jahren in der ambulanten Palliativversorgung (SAPV) ist sie nun auf einer Palliativstation tätig.

Sie hat in der DGSC die Ausbildung zur konfessionsunabhängigen Spiritual-Care-Begleiterin gemacht und befindet sich in der Weiterbildung zur Therapeutin für Würdezentrierte Therapie.

Was bedeutet dir Spiritualität?

Meine Spiritualität ist etwas sehr Persönliches und hat mit Glauben oder Religiosität nichts zu tun. Sie ist das Nicht-Fassbare, aber Spürbare um mich herum und in mir selbst. Und das Staunen angesichts all dessen.

Zwischen uns Menschen: Energie, Resonanz, Verbundenheit im Erleben und Fühlen. Das „große Ganze“, das alles verbindet.

Die Schönheit, Individualität und das Besondere eines Jeden und die ganz eigene Suche nach Sinn und Bedeutung im Leben.

Spiritualität braucht Wach-Sein und Weich-Sein. Um all das zu spüren, auch im Alltag.

Warum bist du Mitglied bei uns?

Weil ich von der Notwendigkeit von Spiritual Care überzeugt bin. Aber auch davon, dass es auf dem Weg von einer Vision zur Wirklichkeit Pioniergeist, Tatkraft und Menschen braucht, die diese Vision vertreten und voranbringen. Die DGSC ist so eine Keimzelle!

Was ist dein Angebot?

Den Menschen in seiner Ganzheit zu sehen ist das Wesen der Palliativmedizin. Neben einer bestmöglichen medizinischen Versorgung meiner Patient:innen versuche ich, ihr psychisches, soziales, seelisches und spirituelles Befinden zu erfassen und auch hier Unterstützung anzubieten. Die Ausbildung zur Spiritual-Care-Begleiterin hilft mir, dies Tag für Tag in meine ärztliche Arbeit einfließen zu lassen.

Die Würde des Menschen und die Verletzung derselben durch Krankheit, Verlust von Integrität und Autonomie und den nahenden Tod ist eine spirituelle Dimension.

Die Würdezentrierte Therapie (WzT) ist eine Kurzintervention zur Stärkung der Würde und somit der Linderung existentiellen Leids am Ende des Lebens.

Es ist Biografie-Arbeit. Ich führe ein Lebensrückblickgespräch, das als Tondokument aufgezeichnet und verschriftlicht wird. Das entstandene Dokument wird dem /der Erzählenden vorgelesen und ausgehändigt.

Das eigene Leben zu reflektieren, davon zu erzählen und es selbst noch einmal zu hören oder lesen, kann eine kraftvolle Erfahrung sein. Indem wir uns auf Taten, Erfahrungen und Erkenntnisse zurückbesinnen, die uns zu einem einzigartigen Menschen gemacht haben, kann uns dabei helfen, das Bedeutsame und den Sinn im eigenen Leben zu stärken oder (wieder) zu erkennen,

Ich bin davon überzeugt, dass die Beschäftigung mit der Lebensgeschichte eines Menschen Türen öffnet, das Besondere eines Jeden und dessen Kraftquellen offenbart.

Unser Mitglied 
SinNo (Norbert) Reicherts

SinNo Reicherts ist 61 Jahre alt und von Beruf Diplom-Theologe, Kunsttherapeut sowie Spiritual Care- und existentieller Fachbegleiter

Was bedeutet dir Spiritualität?

Spiritualität ist für mich die innere Kraft, die Geborgenheit, die mein Sein trägt und mich in Hoffnung, in den unterschiedlichsten Lebenswirklichkeiten, leben lässt.

Warum bist du Mitglied bei uns?

Ich erlebe, dass sich Spiritualität in jedem Menschen sehr individuell zeigt. Diese Spiritualität sucht nach Gemeinschaft. Problematisch wird es, wenn diese spirituellen Erfahrungen und allgemeinen Wahrheiten stilisiert werden und diese Wahrheiten allein gemeinschaftsstiftend sind. Ich bin Mitglied in der DGSC, weil sich hier Menschen zusammenfinden, die mit ihrer je eigenen Spiritualität und Überzeugung Verbundenheit möglich werden lassen und diese Verbundenheit in Freiheit für viele im Alltag ermöglichen wollen.

Welches spirituelle Angebot machst du?

Ich arbeite als Spiritual Care- und Existential Care-Fachbegleiter bei SAPV- Team Köln (www.palliativteam-koeln.de) und beim Unergründlich e.V. (www.unergruendlich.org). Um die Idee von Spiritual Care und existenzieller Begleitung bundesweit zu fördern, bin ich im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Spiritual Care und existenzielle Begleitung DGSC. Es geht um VerbundenSein

Was wünschst du dir von uns?

Ich wünsche mir, dass die DGSC eine große und engagierte Gemeinschaft von Menschen wird, die mit dem Verbunden Sein in aller Freiheit und Unabhängigkeit eine neue Qualität in die Welt bringt.

Unser Mitglied 
Christoph Schmidt

Christoph Schmidt ist 62 Jahre alt und von Beruf Diplom-Theologe, Psychotherapeut und Spiritual Care-Seelsorger

Was bedeutet dir Spiritualität?

Meine Spiritualität ist mein Kompass tief in mir, der mir Kraft schenkt und Mut macht jeden Tag neu, der mich voller Staunen leben lässt, mir in Traurigkeit Trost spendet, immer wieder neue Perspektiven eröffnet und mich über Mauern springen lässt.

Warum bist du Mitglied bei uns?

Ich liebe und brauche den Austausch mit anderen über Spiritualität in der DGSC. Ich möchte über die DGSC religionsunabhängig Spiritual Care in der Gesellschaft verankern und Menschen zu ihrer spirituellen Freiheit und Selbstbestimmung ermutigen. Ich möchte der Einseitigkeit, dem Wahrheitsanspruch und dem politischen Machtmissbrauch der Religionsgemeinschaften eine glaubhafte Haltung von Spiritualität im Alltag gegenüberstellen, den konfessionsfreien Menschen einen Raum für ihre Spiritualität bieten und politisch die Trennung von Staat und Religionsgemeinschaften erreichen. Ich möchte zeigen, dass es den Beruf der konfessionsfreien Spiritual Care- Seelsorge gibt, ohne Anstellung bei einer Religionsgemeinschaft.

Welches spirituelle Angebot machst du?

Ich begleite Menschen spirituell auf Anfrage in allen Lebenssituationen, in Hausbesuchen oder in unseren Räumen. Ich begleite Menschen bei Ritualen an Lebenswenden. Ich biete Fortbildungen zu Spiritual Care an und begleite Spiritual Care-Begleiter*innen

Was wünschst du dir von uns?

Ich wünsche mir eine Vernetzung, gegenseitige Ermutigung und neue Ideen für die Umsetzung der Ziele. Ich möchte mit der DGSC einen neuen Beruf von Spiritual Care-Seelsorge schaffen. 

Unser Mitglied 
Dr. Martina Lanzendörfer

Dr. Martina Lanzendörfer ist 51 Jahre alt und von Beruf Ärztin

Was bedeutet dir Spiritualität?

Spiritualität in meinem persönlichen Leben zeigt sich in dem Gefühl der Verbundenheit mit allen Lebewesen, der Natur und dem Bereich des feinstofflich Geistigen, das wir über unsere „normalen“ Sinneskräfte allein nicht wahrnehmen können. Gelebte Spiritualität umfasst alle Bereiche meines Dasein, egal, ob beruflich, privat- ein Leben ohne Spiritualität ist für mich nur schwerlich vorstellbar. Aufgewachsen zunächst im christlichen Glauben, fühle ich mich seit meiner Jugend asiatischen Kulturen sehr verbunden, so kam ich zu Yoga, Ayurveda und später auch zum Buddhismus.

Warum bist du Mitglied bei uns?

Durch meine Mitgliedschaft möchte ich ein Bewusstsein in der Gesellschaft und insbesondere auch im Gesundheitswesen erwirken - dass Spiritualität eine äußerst wichtige Ressource für viele Menschen darstellt und auch z. B. bei der Behandlung von Patienten mehr berücksichtigt werden sollte. 

Welches spirituelle Angebot machst du?

In meiner Tätigkeit als Ärztin für Palliativmedizin und Psychosomatische Medizin unterstütze ich Menschen in existenziellen und spirituellen Krisen

Was wünschst du dir von uns?

Weiterhin anregenden Austausch, Inspiration, Verbundenheit mit Gleichgesinnten und konkret die Weiterentwicklung der Implementierung von Spiritualität in unser gesellschaftliches Leben

Unser Mitglied Gisela Graw

Gisela Graw ist 63 Jahre alt und von Beruf Trauerrednerin und (Spiritual Care-)Trauerbegleiterin

Was bedeutet dir Spiritualität?

Sie eröffnet mir Räume im Inneren. Und ich kann mich darüber mit anderen Menschen verbinden. Dann sind die Unterschiede wie Beruf, Einstellung oder Lebensentwurf völlig egal, wenn ich mit (trauernden) Menschen zusammen bin. Mir ist wichtig, dass Spiritualität oder besser Spiritual Care abseits von Religion oder Konfession stattfindet.

Warum bist du Mitglied bei uns?

Weil es hier der einzige Ort ist, an dem ich meine Art der Spiritualität zeigen und weiterentwickeln kann. Und weil Spiritual Care ohne Konfession immer mehr an Bedeutung gewinnt. Ob in der Sterbebegleitung, in der Trauerarbeit oder einfach nur in der Unterstützung anderer Menschen. Ohne Regelwerk, das mir vorschreibt, was ich zu glauben oder wie ich zu handeln habe.

Welches spirituelle Angebot machst du?

Ich nutze meine Ausbildung als Spiritual Care-Begleiterin natürlich auch in meiner Arbeit als Trauerrednerin und -begleiterin. Ich spüre, dass das vielen trauernden Zugehörigen guttut und sie sich verstanden fühlen.

Was wünschst du dir von uns?

Ich wünsche mir, dass "Spiritual Care" ein feststehender Begriff wird. Über die Anwendung im Palliativbereich hinaus. Die Sensibilisierung für die vielen Möglichkeiten, Spiritual Care anzuwenden, ist eine wichtige Aufgabe, finde ich. 

Unser Mitglied Ingeri Gay

Ingeri Gay ist 55 Jahre alt und Alltagsbegleiterin.

Was bedeutet dir Spiritualität?

Meine Spiritualität ist mein Kompass durchs Leben. Woran ich glaube, gibt mir die Richtung an, wenn ich orientierungslos bin, z. B. in Situationen, die mir vorher noch nie begegnet sind. Sie macht mich zu der Person, die ich bin.

Warum bist du Mitglied bei uns?

Manchmal muss ich mich selbst daran erinnern, welches meine Werte und was meine Haltung ist. Je mehr ich darüber im Austausch bin, desto gefestigter fühle ich mich. 

Die DGSC ist ein Ort, an dem dieser Austausch ohne Dogma und stattdessen freilassend geschieht.

Welches spirituelle Angebot machst du?

Ich beginne ganz langsam, Spiritual Care-Begleitungen anzubieten. Eine Webseite habe ich nicht. In meinen Einsätzen als Alltagsbegleiterin und im Ehrenamt als Trauer- und Sterbebegleiterin lege ich den Fokus auf die Spiritualität, da ich immer wieder erfahre, welchen Halt und welche Kraft sie uns gibt. 

Was wünschst du dir von uns?

Ich wünsche mir, dass die DGSC dazu beiträgt, aus der Tätigkeit der Spiritual Care-Begleitung einen überall anerkannten und verstandenen Beruf zu machen. Und dass sie ein Ort ist, der Menschen zusammenbringt, und sie ermutigt, über schwierige oder belastende Themen zu sprechen,, in Gemeinschaft.

 

Unser Mitglied Bernd Sievers

Ich bin 61 Jahre alt und von Beruf systemischer Coach, Sterbe-Trauer- und existentieller Begleiter, Referent und Ausbilder.

Was bedeutet Dir Spiritualität?

Spiritualität ist für mich Verbundenheit mit „etwas Höherem“ und untereinander und etwas Alltägliches

Warum bist Du Mitglied bei uns?

Weil ich finde, dass Spiritualität einen guten Platz auch außerhalb religiöser Institutionen haben muss

Welches spirituelle Angebot machst Du?

Ich biete Begleitung, Seminare, gender- und kultursensible Trauerbegleitung, Trauerkultur. Sie finden mich unter www.omwia.de

Was wünschst Du Dir von der DGSC?

Fortbildungsmöglichkeiten, Austausch und Möglichkeiten der Vernetzung und gegenseitige Förderung und Unterstützung.

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